Wie ein kleines Loch zur riesigen Aufgabe wird

von | 25. August 2026 | Hilfe beim Umsetzen | 0 Kommentare

Kennst du das? Du willst eine vermeintlich kleine Aufgabe umsetzen – eigentlich nichts Kompliziertes. Und trotzdem bleibt sie Woche für Woche liegen. Nicht, weil sie besonders schwer wäre. Sondern weil zwischen dir und der Aufgabe plötzlich lauter kleine Zwischenschritte auftauchen, an die du vorher gar nicht gedacht hast.

Lass mich dir ein konkretes Beispiel von mir selbst geben.

Ich wollte ein Loch in einem Kleidungsstück stopfen. Auf Instagram hatte ich ein tolles kleines Werkzeug entdeckt, mit dem man einen Flicken über das Loch „drüberweben“ kann. Sah großartig aus, wirkte super einfach – ich hab es mir bestellt.

Seitdem liegt es bei mir rum.

Glücklicherweise war Garn mit dabei, dieser Schritt war mir also schon mal abgenommen. Allerdings passt die Farbe überhaupt nicht zu dem Kleidungsstück, das ich flicken möchte. Bei meinen Eltern gäbe es passende Flickgarne – die müsste ich mir nur holen. Dafür müsste ich aber erst mal hinfahren. Weil sich das wegen eines kleinen Strangs Garn nicht lohnt, verschiebe ich das Ganze, bis ich das nächste Mal bei meinen Eltern bin. Und wenn ich dann tatsächlich dort bin? Werde ich mit ziemlicher Sicherheit überhaupt nicht mehr an das Garn denken.

Aber selbst wenn ich das passende Garn schon hätte, müsste ich als Nächstes rausfinden, wie das neue Flickwerkzeug eigentlich funktioniert. Auf Instagram sah das ganz einfach aus – aber jetzt, wo ich das Teil in der Hand habe, ist es gar nicht mehr selbsterklärend. Also müsste ich erst ein Anleitungsvideo suchen und es mir anschauen, verstehen, wie das Ding funktioniert, und es dann an meinem Kleidungsstück ausprobieren.

Die kleine Aufgabe klingt plötzlich nach einem riesengroßen Projekt, oder?

Also lege ich es zur Seite. Für irgendwann. Wenn ich mal Zeit habe.

Das Tückische daran

Das eigentliche Problem ist dabei gar nicht das Loch im Kleidungsstück. Es ist auch nicht das Flickwerkzeug. Das Problem ist, dass sich vor die eigentliche Aufgabe ganz viele kleine, unsichtbare Davor-Aufgaben schieben – und jede davon macht die Hürde ein Stückchen höher. Am Ende stehst du vor einem gefühlt riesigen Berg, obwohl die einzelnen Steine darin winzig sind.

Und dieses Phänomen betrifft eben nicht nur mein Flickwerkzeug, sondern schleicht sich ziemlich oft auch in unseren Business-Alltag ein.

Vielleicht willst du schon ewig dein Profilfoto auf der Website austauschen oder eine kleine Browser-Erweiterung ausprobieren, die dir eine Kollegin empfohlen hat. Eigentlich eine Sache von wenigen Minuten, denkst du dir. Doch plötzlich merkst du: Du musst erst das richtige Foto raussuchen, zuschneiden, komprimieren, dich ins Backend einloggen, um es hochzuladen – oder erst rausfinden, wo du die Browser-Erweiterung findest und wie sie überhaupt funktioniert. Und auf einmal wird aus der „schnellen Sache“ ein Projekt für einen ganzen Nachmittag – und die Aufgabe bleibt liegen.

Was tatsächlich hilft, solche kleinen Aufgaben umzusetzen

Die Lösung ist dabei nicht, sich mit Willenskraft durch den ganzen Wust zu kämpfen. Die Lösung ist, sich den Wust erst mal in aller Ruhe anzuschauen.

Das bedeutet: Der erste Schritt beim Umsetzen ist gar nicht das Flicken selbst. Der erste Schritt ist, sich hinzusetzen und aufzuschreiben, welche einzelnen Schritte eigentlich nötig sind, bevor du überhaupt mit dem Flicken anfangen kannst. Für jeden dieser Schritte überlegst du dir dann, was du dafür brauchst: ein Werkzeug, einen festen Ort, eine feste Zeit. So entsteht nach und nach ein Plan für das Vorhaben.

Erst wenn du dich so bis zum wirklich machbaren ersten Schritt durchgearbeitet hast, planst du genau diesen Schritt ein. Nicht das ganze Projekt. Nur den ersten Schritt. Und wenn du weißt, wann dieser Schritt getan wird, kümmerst du dich um die weiteren Schritte auf deiner Liste – einen nach dem anderen.

Aus „Ich müsste mal das Loch flicken“ wird dann in meinem Beispiel: „Ich frage meine Mutter, ob sie mir das passende Garn beim nächsten Besuch mitbringt.“ Das ist plötzlich machbar. Und jeder Schritt danach auch.

Ein guter Tag, um loszulegen

Wenn du gerade eine oder mehrere solcher Aufgaben vor dir herschiebst, bei denen du selbst gar nicht mehr genau weißt, woran es eigentlich hakt: Nimm dir die Zeit, um dir Klarheit zu verschaffen und einen Plan zu machen, wie du diese kleinen Aufgaben umsetzen kannst. Das könntest du zum Beispiel bei einem meiner regelmäßigen Umsetzungstermine tun, etwa am kostenlosen Umsetzungsabend. Oder beim Endlich-erledigt-Tag – da hast du dann sogar noch ausreichend Zeit, um auch gleich die ersten Schritte anzugehen und die eine oder andere Aufgabe direkt zu erledigen.

Und du?

Hast du auch so eine Aufgabe, die eigentlich winzig ist, aber trotzdem seit Wochen liegen bleibt? Vielleicht magst du sie dir ja mal genauer anschauen? Ich bin gespannt, was sich bei dir an unsichtbaren Zwischenschritten versteckt. Schreib’s mir gern in die Kommentare!

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