Mein Gewohnheitstracker – warum ich eine neue Routine lieber auf Papier festhalte

von | 29. August 2022 | Selbstmanagement | 2 Kommentare

Das Bild zeigt einen Gewohnheitstracker auf Papier. Daneben den Text "Gewohnheitstracker - warum ich eine neue Routine lieber auf Papier festhalte"

Vor Kurzem habe ich begonnen, eine neue Gewohnheit zu etablieren: Ich mache jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen Yoga. Zur Motivation und um bei meinem Vorhaben besser dranzubleiben, habe ich mir dafür einen Gewohnheitstracker auf Papier gestaltet. (Wie es dazu kam, kannst du in meinem Blogbeitrag „Eine neue tägliche Gewohnheit etablieren – 4 Tipps und ein nützliches Hilfsmittel“ nachlesen.)

In einer Instagram-Story habe ich davon berichtet und meine Follower gefragt, ob sie so etwas nutzen würden. Das Ergebnis der Umfrage war ziemlich durchwachsen:

  • 43 % „Auf jeden Fall“
  • 14 % „Nö, brauch ich nicht“
  • 43 % „Ich nutze lieber eine App“

Ich selbst habe auch mal eine Weile mit einer App gearbeitet, um meine Gewohnheiten zu tracken, bin aber recht schnell wieder davon abgekommen, weil es für mich nicht gut funktioniert hat. Als ich jetzt beschlossen habe, morgendliches Yoga gezielt als neue Gewohnheit zu etablieren, habe ich mich bewusst für eine Dokumentation meiner Fortschritte auf Papier entschieden.

Was mich zu dieser Entscheidung bewogen hat und warum ich meine Gewohnheiten lieber auf Papier tracke, möchte ich dir hier kurz erklären.

Welche Vorteile hat (für mich) ein Gewohnheitstracker auf Papier?

Das Tracken auf Papier ist haptischer

Bei meinem Gewohnheitstracker mache ich jeden Tag, an dem ich meine neue Routine durchgezogen habe, mit einem Stift einen Haken in dem für diesen Tag vorgesehenen Feld. Ich nehme dazu das Papier von meiner Magnetwand weg, hake ab, hänge es wieder auf. Das ist fast schon ein kleines Ritual und jeder Haken, den ich setze, löst in mir eine gewisse Befriedigung aus – das Gefühl, etwas geschafft zu haben. In einer App ein Feld anzuticken erweckt bei mir nicht annähernd dasselbe gute Gefühl.

Das Tracken auf Papier ist einprägsamer

Beim „normalen“ Schreiben aktiviert das Schreiben mit der Hand – im Vergleich zum Tippen an einer Computertastatur – andere Gehirnbereiche. Mit der Hand zu schreiben ist langsamer, „aufwendiger“, man denkt dabei mehr nach und das, was man da tut, prägt sich somit besser ein. Dasselbe passiert auch beim händischen Abhaken meines Tagesfortschritts auf Papier im Vergleich zur Verwendung einer App.

Das Tracken auf Papier lenkt meine Aufmerksamkeit nicht ab

Wenn ich meine Gewohnheit auf Papier tracke, geschieht in dem Moment genau das – und nichts anderes. Zum Tracken in einer App muss ich das Smartphone zur Hand nehmen, werde gegebenenfalls durch Benachrichtigungen von anderen Apps abgelenkt, mache nach dem Tracken direkt noch andere Dinge am Smartphone, weil ich es ja eh gerade in der Hand habe. So liegt meine Aufmerksamkeit unter Umständen nur für ein paar Sekunden auf der Gewohnheit, aber für viele Minuten auf ganz anderen Dingen.

Ein Tracker auf Papier ist präsenter

Im Gegensatz zu einer App habe ich meinen Gewohnheitstracker auf Papier immer wieder im Blick, weil er direkt hinter mir an einer Magnetwand hängt. So ist er nicht dauerpräsent, aber mein Blick fällt immer mal wieder darauf. Wie sichtbar der Gewohnheitstracker in meinem Alltag sein soll, kann ich dabei selbst entscheiden. Eine App sehe ich nur dann, wenn ich sie gezielt öffne oder wenn sie sich automatisiert bei mir meldet.

Das Tracken auf Papier verschafft mir einen besseren Überblick

Bei meinem Gewohnheitstracker auf Papier habe ich stets den kompletten Fortschritt im Blick. Bei jedem Haken, den ich setze, sehe ich, was ich schon geschafft habe. So motiviert mich das bereits Erreichte, dranzubleiben und weiterzumachen. In der App, die ich früher verwendet habe, war immer nur die aktuelle Woche zu sehen, einen größeren Überblick musste ich mir in einem separaten Schritt gezielt aufrufen.

Welchen Nachteil hat das Tracken auf Papier?

Eine Sache kann ein Gewohnheitstracker auf Papier allerdings nicht leisten: Der Tracker auf Papier erinnert nicht aktiv an die gewünschte Handlung. Das empfinden viele Menschen als Nachteil beim Papier bzw. umgekehrt als entscheidenden Vorteil einer App.

Ich kann das durchaus nachvollziehen und nutze Erinnerungsfunktionen in anderen Bereichen auch selbst – etwa wenn es um Termine geht. Daran lasse ich mich bei Bedarf von meiner Kalender-App sehr gerne erinnern.

Beim Etablieren von Routinen hat diese automatische Erinnerung für mich aber einen großen Nachteil: Lässt man sich an das, was zur Gewohnheit werden soll, von seinem Smartphone erinnern, wird die Handlung immer von der App getriggert. Würde sich die App nicht melden, würde man die gewünschte Handlung nicht durchführen.

Bei einer echten Gewohnheit soll der Antrieb dazu aber von innen kommen bzw. soll sich die Handlung automatisch vollziehen, ohne dass man groß darüber nachdenken oder daran erinnert werden muss – auch dann, wenn das Smartphone einmal nicht bei der Hand ist.

Daher nutze ich bewusst nicht mein Smartphone als Trigger, sondern kopple die Handlung, die ich als neue Gewohnheit etablieren möchte, an etwas anderes, das ich sowieso schon mache und an das ich nicht erinnert werden muss – im Fall meiner Yogaroutine ist es das Aufstehen am Morgen.

So bin ich in der Handlung selbst vollkommen unabhängig von meinem Tracker, der mir als Kontrolle und Motivation dient – nicht aber als Auslöser für meine neue Gewohnheit.

Fazit

Für mich ist das Tracken einer neuen Gewohnheit auf Papier die ideale Unterstützung beim Etablieren der Gewohnheit und beim Dranbleiben.

Wenn du das Tracken auf Papier auch einmal ausprobieren möchtest, kannst du dazu gern den von mir gestalteten Gewohnheitstracker nutzen. Fülle dazu einfach das folgende Formular aus. 👇

Und du?

Benutzt du ein Hilfsmittel, um bei deinen regelmäßigen Routinen dranzubleiben? Wenn ja: Bist du dabei analog oder digital unterwegs? Erzähl es mir gern in den Kommentaren. Und falls du eine App im Gebrauch hast, die du mir empfehlen kannst, lass es mich wissen! Ich probiere immer gern neue Sachen aus!

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2 Kommentare

  1. Super Artikel, vielen Dank. Ich nutze tatsächlich auch Papier. Klasse finde ich Deine Erklärung warum wir keine Erinnerungstools verwenden sollten. Mache ich übrigens überhaupt nicht mehr. Routinen lassen sich anders viel besser integrieren. Und sind dann dauerhaft da.

    Antworten
    • Danke für dein Feedback und dass du deine Erfahrung in Sachen Erinnerungstool teilst! Ich finde es immer sehr hilfreich, zu erfahren, wie es anderen mit Tools und Techniken ergeht. Wir ticken da ja zum Teil sehr unterschiedlich.

      Und gerade deshalb ist es immer wichtig, für sich selbst auszuprobieren und herauszufinden, was am besten funktioniert. Ich kann in manchen Bereichen zum Beispiel mit Papier nicht (mehr) viel anfangen, weil ich die digitale Lösung deutlich praktischer finde. In anderen – wie eben beim Etablieren von Gewohnheiten – ist dann Papier mein klarer Favorit.

      Aber ich probiere auch gern mal Tools oder Methoden aus, die ich noch nicht kenne oder von denen ich denke, dass sie mir nicht so liegen. Manchmal werde ich dann auch positiv überrascht. 😉

      Antworten

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