Konzentriert arbeiten – wie du das meiste aus einer Deep-Work-Session oder einem digitalen Coworking rausholst

von | 25. Januar 2022 | Hilfe beim Umsetzen | 0 Kommentare

Vielleicht hast du schon einmal von den Buch Konzentriert arbeiten* (engl.: Deep Work*) von Cal Newport gehört oder es sogar selbst gelesen. Dann ist dir das Prinzip von Deep Work ja schon vertraut. Wenn nicht, folgt hier eine kurze Erklärung.

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Was ist Deep Work?

Cal Newport macht in seinem Buch eine Unterscheidung zwischen zwei Formen der (Kopf-)Arbeit, nämlich Deep Work, also tiefer, konzentrierter Arbeit, auf der einen Seite, und Shallow Work, also oberflächlicher, unkonzentrierter Arbeit, auf der anderen Seite. Newport stellt die These auf, dass ein Großteil der Menschen heutzutage fast ausschließlich mit Shallow Work beschäftigt ist und sogar verlernt hat, sich vollkommen auf eine Sache zu konzentrieren und das einige Stunden am Stück aufrechtzuerhalten.

Dafür verantwortlich macht er unter anderem die vielen, vielen Ablenkungen, die es in der heutigen Zeit gibt. Er nennt in seinem Buch zahlreiche Beispiele von Menschen, die sich erfolgreich gegen diese Entwicklung stemmen, indem sie sich zu bestimmten Zeiten mehrere Stunden oder sogar Tage am Stück zurückziehen, abschotten und somit eine Phase des konzentrierten Arbeitens mit Fokus auf nur eine Aufgabe oder ein Projekt möglich machen. Außerdem gibt Newport in Deep Work nützliche Tipps, wie man das konzentrierte Arbeiten wieder lernen kann.

Sein Fazit: In Deep-Work-Phasen kann der Mensch Unglaubliches schaffen und leisten, weil er sich nur auf eine bestimmte Sache konzentriert und diesem Vorhaben seine komplette, ungeteilte geistige Energie widmet.

Deep Work und digitales Coworking 

Deep Work macht man eigentlich allein. Man zieht sich zurück, vermeidet alle Ablenkung von außen, konzentriert sich auf seine Aufgabe oder sein Projekt und kommt dabei so richtig in den Flow. Vielen Menschen fällt es allerdings unglaublich schwer, sich solche Phasen im täglichen (Arbeits-)Leben freizuschaufeln und dann auch wirklich einzuhalten.

Hier kommt mein persönliches Steckenpferd, das digitale Coworking, zum Zug. Digitales Coworking, wie ich es verstehe und praktiziere, ist eine Abwandlung von Deep Work – nämlich eine Deep-Work-Session in Gesellschaft. Letztendlich macht man dabei genau dasselbe wie bei Deep Work: sich abschotten, Ablenkungen abstellen, sich vollkommen auf eine Sache konzentrieren und diese dann konsequent durchziehen. Nur sitzt man beim digitalen Coworking eben nicht allein am Schreibtisch, sondern hat virtuelle Mitstreiter*innen. So schafft man sich mehr Verbindlichkeit und vielen fällt es durch die Verpflichtung von außen auch leichter, überhaupt so eine Arbeitsphase in den täglichen Ablauf einzuplanen.

Wie ein digitales Coworking abläuft und warum ich digitales Coworking so großartig finde, habe ich ausführlich in einem separaten Artikel erklärt.

7 Tipps für deine Deep-Work-Session oder dein digitales Coworking

Wenn du selbst einmal Deep Work oder auch ein digitales Coworking ausprobieren möchtest, habe ich hier einige Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, das meiste aus deiner konzentrierten Arbeitsphase herauszuholen.

Die Vorbereitung

Besonders wichtig für das Gelingen einer Deep-Work-Session oder eines digitalen Coworkings ist die Vorbereitung. Je besser du dich vorbereitest, desto mehr kannst du aus der vorgesehenen Zeit machen.

Tipp 1: Trag dir den Termin fest ein und nimm ihn auch wahr

Das mag selbstverständlich sein, aber gerade wenn man allein eine Deep-Work-Session macht, ist es gar nicht so einfach, den Termin auch wirklich einzuhalten. Oft kommt noch irgendwas dazwischen, sodass man das konzentrierte Arbeiten doch verschiebt, verkürzt oder unterbricht. Darum: Trag dir den Termin fest ein, so als wäre er ein Termin außer Haus, und verschiebe ihn nicht.

Tipp 2: Halte dir die Zeit bewusst frei

Informiere mögliche „Störenfriede“, zum Beispiel Kolleg*innen oder deine Familie, gegebenenfalls auch deine Kund*innen, darüber, dass du in dem geplanten Zeitfenster nicht zur Verfügung stehst. Während deiner Deep-Work-Session oder des digitalen Coworkings beantwortest du keine E-Mails, nimmst keine Anrufe entgegen, reagierst nicht auf Fragen deiner Kund*innen. Sollte es in deinem normalen Arbeitsablauf ungewöhnlich sein, dass du länger nicht erreichbar bist, informiere vorab über deine Abwesenheit, damit du während deiner konzentrierten Arbeitsphase nicht gestört wirst und ruhigen Gewissens dein Handy und deine Mails links liegen lassen kannst.

Tipp 3: Überleg dir genau, was du dir für dein Deep Work vornimmst

Formuliere dein Ziel für die Deep-Work-Session beziehungsweise das digitale Coworking so klar und konkret wie möglich:

  • Was hast du vor?
  • Was ist das Ergebnis, das du erreichen möchtest?
  • Wann ist deine Aufgabe erledigt?
  • Was braucht es, damit du einen Haken dranmachen kannst?

Denk außerdem darüber nach, welche einzelnen Schritte du gehen musst, um dieses Ergebnis zu erreichen. Plane das Vorgehen im Kopf oder noch besser auf Papier durch. Je klarer du dir darüber bist, was du erreichen möchtest und welche Schritte dazu notwendig sind, desto leichter wird es dir fallen, das auch umzusetzen.

Tipp 4: Bereite alles vor, was du fürs konzentrierte Arbeiten brauchst

Vielleicht hast du bei der Überlegung, was du gerne machen möchtest und wie die einzelnen Schritte dazu sind, schon gemerkt, dass du gewisse Hilfsmittel brauchst, zum Beispiel neue Ordner, um deinen Papierkram abzulegen. Oder dass du vorab noch Dinge klären, recherchieren, vorbereiten möchtest. Unter Umständen musst du dir Unterlagen heraussuchen oder Informationen einholen.

Versuche, möglichst viele dieser Vorbereitungen schon im Vorfeld zu erledigen. So kannst du im geplanten Zeitraum direkt in deine Deep-Work-Session starten und wirst nicht davon abgelenkt, dass du noch bestimmte Dinge zusammensuchen, recherchieren oder gar von außerhalb herholen musst.

Denk auch daran, dir etwas zu trinken bereitzustellen. Es ist nachgewiesen, dass die Konzentrationsfähigkeit leidet, wenn wir zu wenig trinken. Das können wir bei einer Deep-Work-Session nun wirklich nicht gebrauchen!

Während der Deep-Work-Session

Tipp 5: Ablenkungen von außen abstellen

Zu Beginn der Deep-Work-Session solltest du alle Ablenkungen von außen abstellen. Das bedeutet: Benachrichtigungen am Handy stummschalten, das Handy am besten ganz weglegen. Das E-Mail-Programm schließen bzw. Bildschirmbenachrichtigungen oder akustische Benachrichtigungen abschalten. Bei Bedarf eine Abwesenheitsnotiz aktivieren. Das Telefon stummschalten und/oder auf den Anrufbeantworter umleiten. Deine Kolleg*innen oder die Familie informieren, dass du die nächsten Stunden nicht gestört werden möchtest.

Wenn du akustische Ablenkungen nicht komplett abschalten kannst, weil du zum Beispiel in einem größeren Büro arbeitest, hilft dir eventuell ein Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Effekt oder auch Konzentrationsmusik. Ich persönlich nutze gern die Genius Frequency – 60 hz Hyper Gamma Binaural Beats, es gibt aber noch unzählige andere Musikstücke, die beim konzentrierten Arbeiten unterstützen können.

Tipp 6: Ablenkungen von innen abstellen

Oft kommen die Ablenkungen aber gar nicht von außen, sondern von innen, also von dir selbst.

Du willst zum Beispiel gerade mit deinem Vorhaben loslegen oder bist schon mitten drin, aber ständig schießen dir andere Dinge durch den Kopf.

Mein Tipp in diesem Fall: Notiere die Sachen, die zwischendrin aufploppen und dich ablenken wollen, auf einem Zettel und kümmere dich nach der Deep-Work-Session beziehungsweise nach dem Coworking darum. Dann weiß dein Kopf, dass du daran denken wirst, und „nervt“ dich nicht weiter mit dem Thema. (Mehr darüber, wie du deinen Kopf frei bekommst von all dem Zeug, an das er dich ständig erinnern möchte, gibt es demnächst hier auf dem Blog.)

Vielleicht merkst du aber auch, dass es dir schwerfällt, länger konzentriert an einer Sache dranzubleiben: Du schaust ständig auf die Uhr, deine Gedanken schweifen ab, du brauchst einen Kaffee, Kekse, Schokolade oder hast das dringende Bedürfnis, doch schnell die Mails zu checken oder mal kurz auf Facebook zu schauen.

Mein Tipp in diesem Fall: Unterteile die lange konzentrierte Arbeitsphase in kleinere Einheiten. Statt zwei Stunden am Stück konzentriert zu arbeiten, kannst du es mit Einheiten von 20 oder 25 Minuten versuchen und dann eine kurze Pause machen, in der du das tust, was dich ablenken wollte: Kaffee holen, Mails checken etc. Hilfreich ist dabei die sogenannte Pomodoro-Technik, bei der man zwischen kürzeren Einheiten konzentrierter Arbeit und bewussten Pausen abwechselt. Achte aber darauf, die kurzen Unterbrechungen auch wirklich kurz zu halten, damit du dich nicht verzettelst und vom eigentlichen Vorhaben abkommst.

Im Nachgang

Tipp 7: Resümee ziehen

Wenn du deine Deep-Work-Session oder dein digitales Coworking beendet hast, solltest du dir noch etwas Zeit nehmen für eine kleine „Manöverkritik“. Schau kurz auf die konzentrierte Arbeitsphase zurück und überprüfe, ob du dein geplantes Ziel erreicht hast. Halte (schriftlich) fest, was gut gelaufen ist und was vielleicht nicht so gut gelaufen ist:

  • Gab es Dinge, die du beim nächsten Mal verbessern möchtest?
  • Hattest du dir vielleicht zu viel vorgenommen?
  • Warst du dir über deine Aufgabe bzw. dein Ziel nicht klar genug?
  • Hast du dich doch ablenken lassen? Wovon? In welchen Situationen?

All diese Überlegungen helfen dir, beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein, die Umstände zu optimieren und so noch mehr aus deiner konzentrierten Arbeitsphase herauszuholen.

Wie geht es weiter?

Vielleicht bist du jetzt neugierig geworden und möchtest Deep Work gern mal ausprobieren? Dann plane dir ein entsprechendes Zeitfenster ein und leg los! Ich hoffe, dass dir meine Tipps dabei helfen, möglichst viel aus deiner Deep-Work-Session zu machen.

Oder hast du Lust bekommen, mal an einem digitalen Coworking teilzunehmen und in Gesellschaft von anderen produktiv zu werden? Ich biete immer wieder Schnupper-Coworkings an, bei denen du das Prinzip kostenlos und unverbindlich ausprobieren kannst. Abonniere einfach meinen Newsletter, dann wirst du über anstehende Termine rechtzeitig informiert.

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